ER SEI ZUFRIEDEN, WIE DER BETRIEB ANGELAUFEN SEI, SAGT DER NEUROLOGE ANDREAS BAUMANN.
‹‹ES ZEIGT SICH, DASS IM OBERAARGAU BEDARF AN EINER ZUSÄTZLICHEN NEUROLOGISCHEN PRAXIS
BESTEHT. DIE ZUSAMMENARBEIT MIT DEN ZUWEISENDEN ÄRZTEN IST SEHR GUT.››

Dr. Andreas Baumann zieht eine positive Bilanz

S8-2

 

Vor rund fünf Monaten hat Dr. med. Andreas Baumann die Neurologie Oberaargau eröffnet. Die Praxis befindet sich in den Räumlichkeiten des SRO-Spitals Langenthal. Der Neurologe praktiziert hier auf eigene Rechnung und führt seine Praxis konsiliarärztlich. Das heisst: Andreas Baumann untersucht Patienten, nachdem deren behandelnder Hausarzt oder Spitalarzt aufgrund eurologischer Fragestellungen an ihn gelangt ist.
Im Zentrum der sorgfältigen Diagnostik steht für den Neurologen, abzuklären, ob beim Patienten eine körperliche Erkrankung des Nervensystems vorliegt. Der Facharzt ermittelt, welche Stelle
des komplexen, mit Gehirn, Rückenmark und Muskulatur vernetzten Systems geschädigt ist, und ebenso gilt es, die Ursachen herauszufinden. Tumore, Entzündungen, Durchblutungsstörungen,
Abwehrreaktionen und genetische Faktoren sind nur einige der möglichen Auslöser: Zu den bekanntesten, aber bei Weitem nicht einzigen neurologischen Erkrankungen zählen Epilepsie, Multiple
Sklerose und Parkinson. Sind die relevanten Fragen geklärt, erstellt Andreas Baumann Therapie-Empfehlungen für den zuweisenden Arzt oder leitet in Absprache mit diesem die Behandlung ein.

FÜR EINE STARKE HAUSARZTMEDIZIN

In erster Linie sieht sich Andreas Baumann denn auch als Spezialist, der Stellung bezieht. «Ich will keine Spezialitätenmedizin betreiben, sondern bekenne mich zu einer starken Hausarztmedizin
», betont er. In der Region gebe es hervorragende Hausärzte. «Die Zusammenarbeit ist wichtig, um die Nachbetreuung der Patienten durch die Hausärzte zu gewährleisten, ebenso ist ihr Zutun von grosser Bedeutung, damit in der Krankengeschichte keine Informationen verlorengehen», verdeutlicht der Neurologe, der sich gemeinsam mit Hausärzten und Spitalärzten auch im SRO-Notfalldienst engagiert. «Die Spitalnähe, die stationäre Betreuung von Patienten und die Arbeit auf der Intensivpflegestation machen meine Arbeit zusätzlich sehr interessant und abwechslungsreich», so der 39-jährige.

BOTOX IN DER NEUROLOGIE

Andreas Baumann ist breit ausgebildet. Er verfügt über die Fähigkeitsausweise der Schweizerischen Gesellschaft für klinische Neurophysiologie für Elektroenzephalographie (Methode zur Messung der elektrischen Gehirnströme), Elektroneuromyographie (Untersuchungsverfahren, um Art und Schwere verschiedener Muskel- und Nervenerkrankungen zu bestimmen) und zerebrovaskuläre Krankheiten (betreffen die Gehirngefässe, zum Beispiel Schlaganfall). Ausbildung, Erfahrung und die apparativen diagnostischen Möglichkeiten erlauben dem Facharzt
und seinem dreiköpfigen Team, ein breites neurologisches Spektrum abzudecken. «Zu meinen speziellen Interessengebieten zählt die Therapie mit Botulinumtoxin», sagt der Neurologe.
Dieser Wirkstoff, landläufig unter dem Namen Botox zur Faltenbekämpfung bekannt, wird injiziert, um neurologische Bewegungsstörungen wie den Schiefhals oder spastische Schmerzen nach einem Schlaganfall zu lindern. «Auch die Prävention und Therapie von Schlaganfällen, in enger Zusammenarbeit mit dem SRO-Spital, liegt mir sehr am Herzen», so der Mediziner. Es bestünden im Vergleich zu früher sehr gute Präventionsmöglichkeiten, und die heutigen akut-medikamentösen und therapeutischen Behandlungen erlaubten Betroffenen, ein grosses Mass an Selbstständigkeit zurückzuerlangen.